Posts mit dem Label Land und Leute werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Land und Leute werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Mai 2014

Dauerpfand auf Thai


(rgt) Das gibt´s wohl nur in Thailand. ein "Wertgegenstand" wird verpfändet aber zum Erhalt des "Wertes" die Zinsen pünktlich bezahlt. Für uns wertlos, ein 16-Jahre altes Bügeleisen. Für den Thai eine Errungerschaft von beständigem Wert. Aber auch in Thailand hat man im Zeitalter von facebook usw. andere Wertvorstellungen. Interessant ist die Sache allemal, zeigt sie doch auch, dass es neben der Abzocke auch Menschen in Thailand gibt, deren Ausdauer und Gewissenhaftigkeit in der heutigen Zeit zu den absoluten Raritäten zählt.

Hier die Originalmeldung des Wochenblitz:
Nakhon Ratchasima - Ein 54-jähriger Mann, der ein Bügeleisen vor 16 Jahren für 100 Baht verpfändete, bezahlt seither die monatlichen Zinsen von einem halben Baht an das Pfandhaus, ohne sein Eigentum zurückzuverlangen.

Nattarak Peekklang, ein Mitarbeiter der Pfandleihe in der Provinz Nakhon Ratchasima, sagte, dass der Kunde sein Bügeleisen mit dem Markennamen „Love Star“ am 18. August des Jahres 1998 mit einem Zinssatz von 0,5% pro Monat verpfändete.
Dieser Mann zahlt alle vier Monate zwei Baht. „Ich habe ihn nie gefragt, weshalb er es nicht auszahlt und es mit nach Hause nimmt“, sagte er.
Mitarbeiter aber auch andere Kunden glauben, dass das Bügeleisen für ihn vielleicht einen sentimentalen Wert hat oder er nimmt es nicht zurück, weil es im Pfandhaus besser aufgehoben ist als bei ihm in der Wohnung....(Wochenblitz)))

Sonntag, 27. April 2014

One night in Bangkok. Oder im Isaan?

Ist schon länger her, als ich zu einer Kurz-Visite im Isaan war. Bahn Pai heißt das kleine Städtchen in dem ich übernachtet haben. Das liegt so ca. 43 km vor Khon Kaen. Vor hier aus habe ich damals verschiedene Dörfer besucht und einige Eindrücke gesammelt.

In diesen Dörfern hatte ich so einige Déjà-vu-Erlebnisse denn vor ca. 50 Jahren verbrachte ich als Kind oft die Schulferien bei meinen Großeltern, die damals auf der Schwäbischen Alb in einem kleinen Bauerndorf wohnten.
Nun ja, im Isaan gibt es also Dörfer, die fast genau so aussehen oder besser gesagt, deren Flair fast dem der Dörfer gleicht, in denen ich vor 50 Jahre schöne Ferien verbracht habe.

Hier ein paar kommentarlose Eindrücke:



Sonntag, 9. März 2014

Wenn Thailand brennt


Jedes Jahr zur gleichen Zeit erleben wir es wieder, sehen es wieder, riechen wir es wieder. Der Himmel im Norden Thailands ist verhangen, grau, lässt kaum Licht durch, erweckt den Eindruck eines disteren Novembertages in Deutschland.

Sonntag, 23. Februar 2014

Ameise à la Pampa


 



Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so will ich Sie als echten Gourmet heute  mit einer ganz besonderen Delikatesse der Thailändischen Pampa-Cuisine bekannt machen:
"Ameisen-Larven und Ameisen sauer an Klebereis à la Pampa."

Montag, 17. Februar 2014

Aus dem Forum: Hausbau in Thailand



Jack wohnt im Isaan in der Nähe von Buru Ram, ist also mit viel Landluft und den sonstigen Isaan-Specials ausgestattet. Sein wunderschönes Haus dort in Nog Tat ist doch sehr einsam gelegen, so dass er eines Tages den Entschluß fasste, den ganzen Rummel eines Hausbaues auf sich zu nehmen und in Nikom (ebenfalls in der Nähe von Buri Ram) ein neues Nest zu bauen.
Ein Hausbau in Thailand bringt ebensoviel Unbill mit sich wie in unseren Breiten, nur anders. 

Wie es ihm ergangen ist, legt er in unserem Forum (Reise Guru-Thailand:Forum) bis ins Detaille dar. Wer den Weg von Jack ebenfalls einschlagen will, dem sei die Geschichte dieses Hausbaues wärmstens empfohlen.
Hier  weiter lesen....

Mittwoch, 22. Januar 2014

Der Lotusgarten bei Sakhon Nakhon

Etwa 15 km nördlich von Sakhon Nakhon liegt der sogenannte Lotusgarten direkt am Highway 22 nach Nakhon Phanom - er gehört zur Kasetsart University Sakon Nakhon.
Obwohl es "Lotus" heißt, sah ich dort keine dieser Pflanzen - es waren alles Seerosen in verschiedensten Arten und Rassen ! Thais verstehen unter "Bua" alle Arten von Lotus und Seerosen - da wird es dann auch einfach pauschal in "Lotus" übersetzt...

Wenn man auf dem Weg zum Mekong nach Nakhon Phanom dort vorbeifährt, sollte man unbedingt einen Stop einlegen - es gibt dort auch ein gutes Restaurant...

GPS 17.260993, 104.155548


Botanisch gesehen, werfen die Thais zwei nah verwandte Gruppen in einen BUA-Topf:
Nur die mit den großen Samenkapseln sind „echte“ Lotusblumen, die anderen sind
Seerosen.



Seerose


Der Lotusgarten


 

  

 


mehr..........

Grüsse aus Thailand
Gerhard Veer
 

Donnerstag, 2. Januar 2014

Thais bekämpfen den Hangover am liebsten mit Nudelsuppe

Ein Nachtrag zum Neujahrsmorgen.

Hangover, Hangover2, Hangover3. Wer kennt sie nicht, unsere vier Freunde, die gelegentlich einen "King Kong" auf der Schulter tragen und am nächsten Morgen mehr oder weniger sanft aus der Welt des Vergessens in die Realität zurückkehren. 

Nun ja, im Film werden solcherlei Kurtztripps ins temporäre Nirwana recht plakativ dargestellt. Bei uns Sterblichen hält sich dies jedoch einigermaßen in Grenzen. Hier handelt es sich meist um verbale Missgeschicke, um die Verwechslung des Kleiderschrankes mit dem WC. Auch kommt es zuweilen vor, dass einem beim "Nachhausegehen" unachtsame Mitmenschen auf die Finger treten.
Kein gewöhnlicher C2H6O-Konsument wird aus Versehen Heiraten,.ein thailändiches Geschäftsviertel demolieren oder gar dem  Mike Tyson ins Pool pinkeln und seinen Tiger klauen.

Jedoch am nächsten Morgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, tritt er in Erscheinung. Quälend, abscheulich, die Gedärme kontrollierend, Gewissensbisse erzeugend und mit meist erhobenem Zeigefinger  macht er sich breit, der Katzenjammer. Was tun dagegen???

Ein paar Alka Seltzer helfen hier mal für das erste. Hierdurch werden auch wieder einige leere Gehirn-Parkplätze mit Leben gefüllt.
Der Ratschlag, mit demselben anzufangen, mit dem man aufgehört hat führt zwar schnell zum Erfolg, verschiebt jedoch das Ganze lediglich um einen Tag und die Parkhäuser in unserem Denkapparat sind wieder verwaist.
Also Alka Seltzer, Wasser (so richtiges Leitungswasser) und dann etwas für den Magen. Der hat ja gerade nichts zu tun und braucht Beschäftigung. Schweinebraten mit Rotkohl, Jägerschnitzel mit Pommes........ Nicht mal dran denken, sonst schaltet der Verdauungsmechanismuß auf den Rückwärtsgang und man muss sich alles nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Am meist verbreitetsten in unseren Landstrichen sind saure Heringe, Essiggurken usw..... Als sportliche Körperertüchtigung dient dann ein ausgeprägter Neujahrslauf. Einfach ein wenig Aktivität. Es muß ja nicht gerade der Besuch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker sein.

Also, Aktivität und pfundweise saure Heringe. Nun Ja, in Asien geht man mit einem Hangover etwas anders vor. Ein asiatischer Körper braucht für die Bekämpfung des Katers eine Nudelsuppe.

Der Wochenblitz schreibt darüber:

Auf der CNN Travel Webseite wurde eine Studie eröffnet, in der die asiatischen Gewohnheiten zur Bekämpfung eines Hangovers unter die Lupe genommen wurden. Die Umfragen haben ergeben, dass die Thailänder nach einem feuchtfröhlichen Abend am liebsten eine scharfe Nudelsuppe zu sich nehmen. Die Nudelsuppe bietet der an einem Hangover leidenden Person einen guten Geschmack und die Auswahl der bevorzugten Nudelart ist in Thailand fast überall erhältlich, wie auch die Instantnudelsuppe. Das Nudelgericht Phat Keemao, schaffte es nicht auf einen Spitzenplatz, da dieses Gericht lieber während dem Alkoholkonsum, statt nach dem Konsum gegessen wird. Das Wort Keemao bedeutet auf Deutsch soviel wie Alkoholiker.
Die Umfrage hat ergeben, dass die bevorzugten Speisen nach einem Hangover in ganz Asien extrem variieren. Chinesen schwören auf Reissuppe, während in Japan ein Grüner Tee getrunken wird. Hong Kong Chinesen setzen auf Ingwer Tee, während die indischen Trinker Kokosmilch konsumieren.

Jetzt weiß ich auch, warum ich hier jeden Tag, an fast jeder Ecke einen Thai sehe, der Nudelsuppe schlürft.

Grüsse aus Jomtien
Peter

Mittwoch, 1. Januar 2014

Neujahrsbotschaft


Liebe Thailandfreund, liebe Leser,

das Jahr 2013 hat sich verabschiedet und das Neue Jahr wurde mit vielen Böllern willkommen geheißen. Was wird es bringen, dieses neue Jahr, was war gut, was schlecht im alten Jahr?
Das Team von Reise Guru-Thailand hat ein Resümer gezogen und will Ihnen, liebe Leser, dies als Botschaft zum Neuen Jahr übermitteln. Dabei heben wir uns, durch klare Definitionen des heutigen Weltgeschehens von den üblichen Ansprachen in der Aussagekraft erheblich ab.
Mögen unsere Worte Sie durch das Jahr 2014 geleiten.



Grüsse aus Jomtien
das Team von
Reise Guru-Thailand





Montag, 30. Dezember 2013

Ein Wörtchen zum Örtchen


Antworten mit Zitat
Erste Begegnungen mit einem thailändischen "hong nam" ห้องน้ำ้

Hong = der Raum, nam = das Wasser. Hong naam heißt also wörtlich übersetzt "Wasserraum", und das bedeutet soviel wie Bad, Toilette. Und genau diesem hong nam soll dieser Artikel gewidmet sein. Jetzt fragen Sie: "Was soll das, was ist an einer thailändischen Toilette soviel anders als irgendwo auf der Welt?"  Nun, wenn Sie die Grenzen der Touristengebiete nicht verlassen, wenn Sie sich immer brav im Windschatten der Guide-Fahnen von TUI, Neckermann & Co. aufhalten, werden Sie selten einen Unterschied bemerken. Außer, daß Sie bei der Benutzung des hierzulande gebräuchlichen, nicht gerade als stabil zu bezeichnenden Toilettenpapiers des öfteren Ihren eigenen Durchbruch erleben.


Auch gleichzeitig als Dusche zu benutzen

 Unternehmen Sie jedoch einmal einen Ausflug ins Hinterland, dort, wo die Touristen spärlicher anzutreffen sind, und wo es schon ein wenig nach Landluft riecht, sehen Sie sich, zumindest die Frischlinge unter Ihnen einigen Problemchen gegenüber, die es zu bewältigen gilt.

Wie sieht es nun aus, so ein hong nam? Auf einem kleinen Podest befinden sich ein Loch und zwei Fußstapfen. So ähnlich, wie wir das aus manchen Gegenden Südeuropas, beispielsweise Südfrankreich kennen. Ein kleiner Unterschied besteht jedoch darin, daß die Dimensionen den kleiner gewachsenen Asiaten angepasst sind, was dem durchschnittlichen Europäer ein Mehr an Zielgenauigkeit abverlangt. Neben dieser Einrichtung befindet sich meist ein kleines Wasserbecken in dem ein Tupper-Schüsselchen schwimmt. Diese Kombination aus Wasserbecken und Schüsselchen ist nun nicht zum Dampfer-Spielen gedacht, sondern zum einen als Wasserspülung und zum anderen zur Reinigung Ihrer, nach erfolgreicher Beendigung des Geschäfts, betroffenen Anatomie. Das ist hygienischer als Papier und verhindert auch die Bildung von 'Bremsspuren' in der Unterwäsche. Wie dieses Reinigen nun im einzelnen funktioniert, muß wohl jeder, mehr oder weniger balancierend und um Standfestigkeit bemüht, für sich selbst herausfinden. Meist ist eine, in die Jahre gekommene, schwarz-braun-gelb-grüne Glibberseife vorhanden und oft steht sogar ein Handtuch neben der Türe.

Ich selbst bevorzuge die eher unhygienische Arbeitsweise und habe immer ein wenig Papier in meiner Hosentasche.
Also, immer etwas Papier mitnehmen, wenn Sie in ländlichen Gegenden unterwegs sind. In keiner Toilette werden sie Toilettenpapier finden. Auch nicht in den Restaurants. Das heißt, hier finden Sie schon welches. Dies steht jedoch auf den Tischen und dient als Papierserviette. Ist einfach preiswerter als richtige Servietten. Ja, Thais sind äußerst geschäftstüchtig. Es würde also recht dumm aussehen, schnappten sie sich eine Rolle Papierservietten und machten sie sich dann auf den Weg zum 'hong naam'.

Mein zweiter Tip gilt den Herren der Schöpfung, die ja bekanntlich anatomisch geringfügig anders gestaltet sind als unsere Frauen. Ich will hier an einem eigenen Erlebnis aufzeigen, welche heimtückischen Gefahren die Benutzung eines solchen hong naam mit sich bringen kann:
Es war an einem 24. Dezember, also Heiligabend, als wir als frisch verheiratetes Paar im Dorf meiner Ex-Frau ankamen. Für mich war es das erste Mal, daß ich mich so richtig in der Pampa Thailands befand. Aber viel Zeit zum Umschauen blieb mir nicht, denn von allen Seiten strömten diverse Tanten und Onkels mit Kind und Kegel auf uns zu, um uns zu Begrüßen und den Farang gebührlich zu bestaunen und zu begrapschen, um uns schließlich auf die Terrasse des kleinen Häuschens meiner Ex-Frau zu begleiten.


Geringfügig verbesserungsbedürftig.
 Nun mag es an dem langen Flug, der Fahrt vom Flughafen ins Dorf, an den von 'Schlagkratern' übersäten Straßen oder am Anblick der vielen Tanten gelegen haben, auf jeden Fall spürte ich, dass mein Magen-Darmtrakt eine intensive physikalische Zustandsgröße aufbaute, die man herkömmlich auch als Druck bezeichnet. Dieser Zustand verlangte nach einem umgehenden, unaufschiebbaren Druckausgleich. Meine Frau geleitete mich also flugs zu den Örtlichkeiten, zündete dort, da kein Strom vorhanden und schon dunkel, zwei Kerzen an, drückte mir eine Rolle Papier in die Hand und wünschte mir gutes Gelingen.

Da die Zeit drängte, machte ich mich sogleich ans Werk. Mißmutig beäugt von einer dicken, fetten Kröte, streifte ich meine Hosen hinunter, versuchte, in den Fußstapfen einen festen Stand zu bekommen und einigermaßen zu zielen, während die Kröte noch mißmutiger dreinschaute.
Wenn der Schmerz nachläßt, fühlt man sich etwas freier, und die Gedanken werden wieder klarer. Ich hatte alles noch rechtzeitig überstanden, nur die Kröte schaute mich nun äußerst angewidert an als wolle sie sagen: "Typisch Farang, kommt 10.000 km geflogen und stänkert mir mein Wohnzimmer voll. Altes Ferkel!!"


Bei ein paar Promille droht Absturzgefahr
Beim Ordnen meiner Beinkleider bekam ich jedoch einen mächtigen Schreck. Was war da passiert? Da war alles naß!!! Vor lauter Zielübungen und Kröte hatte ich meine ganze Hose hinten bepinkelt. Ja, meine Herren, wie gesagt, der kleine anatomische Unterschied. Ein Tip: Hosen ganz herunter und einen rostigen Nagel zum Aufhängen derselben suchen. Hätte ich nur früher wissen sollen.

Da stand ich nun, an Heiligabend im Jahre des Herrn 2003, ganz stimmungsvoll bei Kerzenschimmer, in einem echten, weihnachtlich-thailändischen hong nam, mit total bepißen Hosen. Und draußen wartete ein Rudel neugieriger Tanten.

"Angriff ist die beste Verteidigung" dachte ich mir, und ging vorsichtig, immer mit dem Rücken zur Wand nach draußen um den Koffer mit den Klamotten zu suchen. Den Koffer habe ich dann auch gleich entdeckt. Er stand natürlich auf der entgegengesetzten Seite der Terrasse, inmitten der, inzwischen auf dem Boden sitzenden, Onkels und Tanten, von denen mich besonders eine davon überschwänglich und zahnlos anlächelte. Von meiner Frau natürlich keine Spur.

Ich stand also, fest an die Wand gepreßt und machte Pantomimen-Smalltalk. Der Aufforderung, mich doch auch zu setzen entgegnete ich mit Zeichensprache und deutete an, dass ich vom Flug starke Rückenschmerzen habe und lieber stehen würde. Können Sie sich vorstellen, was man da seelisch mitmacht? Wie der Leidensdruck immer größer wird, besonders, wenn eine der Tanten, die mit den Zähnchen zum Durchspucken, an einem herumfummelt?


Ja, das gibt´s auch in Modern.

Endlich kam der Rettungsengel in Gestalt meiner Ex-Frau. Nach kurzer Erklärung, daß ich ganz dringend den Koffer mit der Ersatzbereifung benötigte, zog ich mich ins Innere des Häuschens zurück, das Achterdeck natürlich zuerst, lächelnd und mit einigen tiefen Verbeugungen in Richtung der Tanten. Hab' ich so mal irgendwie in einem japanischen Film gesehen aber egal, Hauptsache Asien. Ich verdrückte mich, rückwärtsgehend in ein kleines Räumchen und wartete auf den Koffer. Ich wartete...und wartete... Aber es kam nichts. Als ich dann, mit einigen Verrenkungen, aus dem Zimmer lugte, erspähte ich ihn, meinen Engel. Dieser stand in der offenen Türe und bog sich vor Lachen, sich krampfhaft am ersehnten Ersatzteilkoffer festhaltend. Den ausgelassenen Lachsalven des Publikums konnte ich entnehmen, daß, zwischen Prusten und Glucksen der wahre Sachverhalt meiner Rückenschmerzen der buckligen Verwandtschaft brühwarm verklickert wurde.

Also wirklich, es gibt Momente, da fühl' ich mich so richtig unverstanden.

_________________
Grüße aus Jomtien
Retepom

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Zeigt her Eure Füsschen


Der Farang, ein Saubermann?
(aus 2008)

Neulich hatte ich meine Lauscher mal wieder ganz dicht am Herzen der Landbevölkerung. Ein kleiner Zirkel von Ladies unterhielt sich über die Farangs. Was ich dort mitbekam, veranlasst mich, das Gehörte dem geneigten Leser zur "gefälligen Kenntnisnahme und weiteren Veranlassung" weiter zu reichen.

Es ging um das Äußere der Farangs, besser gesagt um das mehr oder weniger gepflegte Äußere.

Ich möchte hier mal sinngemäß in eigenen Worten darüber berichten:

Es fing ganz harmlos an. Die Rede war davon, dass die meisten Farangs nicht so reinlich sind, und sich bei ihnen, bedingt durch die Hitze und das genossene Singha, ein gewisser, oft sehr intensiver Duft entwickelt, der besonders bei schnellen  Bewegungsabläufen der äußeren Extremitäten ruchbar wird.

Die Runde wurde zunehmend lebhafter und kam sogar auf die Idee, höheren Ortes die Verleihung eines "Skunk-Award" anzuregen.

Nun einige Einzelheiten:

Also, bei einem echten Patrioten kann man ja nachvollziehen, dass er, wo immer er auch sein mag, ein bisschen Heimaterde bei sich hat. Aber doch nicht unbedingt unter den Fingernägeln. Es scheint, so meinen jedenfalls die Land-Ladies, dass diesbezüglich der Anteil dieser echten Patrioten gemessen am Farang-Gesamtaufkommen fast die 90%-Grenze tangiert.




Nun haben Sie bestimmt beim Lesen dieser Zeilen ganz verstohlen Ihre Fingernägel begutachtet. Und...? Zufrieden?

Wer jetzt seinen Kartoffelacker entdeckt hat, bitte nicht gleich mit dem Säubern beginnen. Das war nämlich ein weiterer Kritik-Punkt des "Landrats".  "Und wenn die Farangs lange, schwarze Fingernägel haben, schieben sie diese einfach in den Mund und kauen sie ab. Samt Dreck." Stimmt das wirklich, oder haben die Girls da ein wenig übertrieben?

Ich war nun um Schadensbegrenzung bemüht. Hätte ich lieber lassen sollen. Die Damen kamen jetzt erst recht in Stimmung und verlegten ihre Studien auf des Farangs Füße. Uiiiiii, was bekam ich da nicht alles zu hören. Unter anderem eine sehr interessante Neuigkeit, jedenfalls für mich.

Wussten Sie, dass der erste Blick einer Thai-Lady nicht Ihrem Astralkörper  sonder Ihren Füssen gilt. Wussten Sie, dass Sympatie beim ersten Augenschein hier nicht über die Augen, das Gesicht, die Haare, den Bizeps, das Brauerei-Geschwür oder den Knackarsch sondern ganz trivial über den "Grossen Onkel" entsteht. Kaum zu glauben aber die Damen,, haben's mir bestätigt. Der erste, abschätzende Blick gilt den Füssen. Gepflegt oder nicht gepflegt, das ist hier die Frage.

Leider wird dieser Sympatieträger in Europa und Übersee sehr vernachlässigt. Anders wie in Thailand trägt man dort ja geschlossenes Schuhwerk und Socken. Die Füße kann man hier weder sehen noch riechen. Also, was soll's.

Dies war auch meine Antwort auf die direkte Frage, warum die Füße der Farangs oft so stinken.  Die  Ladies bemängelten auch, dass hier einige Farangs Socken in den Sandalen tragen. Wenn diese dann abgestreift werden, würde so manches Hotelfenter anlaufen.

Woher sie denn das so genau wüssten, wollte ich heimtückisch fragen. Wollte.  Hab' ich mich aber dann nicht getraut. Ich bin ja kein Masochist.

Als sich der Ehemann einer dieser  Damen zu der Runde gesellte, begutachtete ich dessen Füße und Hände. Na ja, könnte auch ein hier beschriebener Farang sein. Auf meine humorvolle Frage, warum er nicht so gepflegt sei, wie ihn seine Frau offensichtlich gerne sehen würde, erhielt ich, ebenso humorvoll,  mehrere Antworten. Arbeit, keine Zeit usw. Jedoch die glaubwürdigste war wohl so sinngemäß: "Ich renn doch nicht nem Bus hinterher, wenn ich schon drin sitze."  Alles klar?

Es war dann noch von so nebensächlichen Dingen wie Nagelschere, Nagelfeile, Rasierzeug, Friseur, Eau de Toilette und vor allem von Wasser und Seife die Rede. Aber lassen wir das.

Die Diskussion wurde zunehmend albern, so dass auch ein Vorschlag kam, wie der Farang sein Körpergewicht reduzieren könne. Er brauche dazu lediglich mal die Zähne zu putzen.

Es kamen immer mehr Leute dazu und bald verdrängten ein paar Bierchen den Farang vom Tagesgespräch.

Ziehen wir also ein Resumer aus diesem Mittagsplausch:

Eine Thai-Lady wünscht sich ihren Partner gepflegt, sauber und wohlriechend. Muss ja nicht ganz so dolle sein, wie bei diesen Heul-Bojen in den Musik-Shows, die mit seichtem Schmachteblick, blumenumkränzt und umtänzelt von einigen Hupfdohlen von Liebe, Leid und gebrochenem Herzen singen. Ja, liebe Farangs, im Vergleich dazu ist bei dem Einen oder Anderen der Allgemeinzustand doch geringfügig verbesserungsbedürftig. Das teilen die Damen Ihnen jedoch nicht mit. Das wäre unhöflich und eine Lady würde niemals einem Farang direkt ins Gesicht sagen, dass er stinkt wie ein Iltis.

Ja, sagen Sie jetzt sicherlich,  auf dem Land, ja auf dem Land und sonst wo in Thailand da mag das ja vielleicht etwas übertrieben sein, aber hier, hier in den Touri-Hochburgen da sind die Ladies normal, da sind die Ladies nicht so eigen um sich mit solchen Kleinigkeiten aufzuhalten.

Na na na, meine Herren, woher kommen denn diese Ladies ?  Aus Zentralthailand, aus dem Norden und hauptsächlich aus dem Isaan. Vom Land eben.



Grüße aus Jomtien
Peter

Freitag, 29. November 2013

Busfahren ist Erlebnis pur

von Jack König Antworten mit Zitat
aus dem Jahr 2004


Irgendwann wollte Su und ich nach Nakhon Ratschasima, Kaffee und anderes kaufen.
Mitten in der Nacht, (ich meine 6:00 Uhr morgens  ) aufstehen.
Eine Stunde später mit dem Stop and Go Bus nach Prakhon Chai.
Rekordverdächtig: 25 Kilometer in nicht mal 75 Minuten zurückgelegt.
Fahrkarte kaufen und auf den Bus warten.
Aha, schon fährt er in den Busbahnhof.
Nachdem einige aussteigen, zwängen wir uns nach hinten.
Ich überlasse Su den Fensterplatz und wir setzen uns.
Da, ist nicht ein Knirschen zu vernehmen?
Irgendwas macht komische Geräusche.
Wir schauen uns an.
In diesem Moment fällt der Sitz mitsamt Su durch den verrosteten Boden etwa einen halben Meter nach unten. 


Zum Glück trägt sie keine sichtbaren Verletzungen davon.
Ich helfe ihr wieder nach oben.
Raus aus diesem Rosthaufen, resp. fahrendem Sarg.
Der Fahrer teilt uns mit, wir sollen eine Reihe weiter hinten benutzen.
Nein danke, ich will das Geld zurück.
Aussichtsloses Unterfangen, bezahlt ist bezahlt.
Hat ja noch genügend freie Plätze.
Die Leute verstehen es nicht, dass ich nicht wieder in diesen Bus steigen will.
Also eine Stunde auf den nächsten Bus warten.
Null Problemo.
Etwas essen und trinken verkürzt uns die Zeit.
Noch kaufe ich keine Fahrkarten.
Zuerst mal den Bus begutachte.
Dieser scheint in Ordnung.
Während der Fahrt erwische ich mich oft, wie ich auf die diversen unerklärlichen Geräusche achte.
Die Fahrt verlief jedoch ohne Probleme.
Am späten Nachmittag wieder Zeit, die Rückfahrt in Angriff zu nehmen.
Gerade ist ein Bus eingefahren und Leute wollen uns ein Ticket verkaufen.
Doch ich will auch diesen Bus begutachten.
Ohhhhhhh... Auf der ganzen Länge durchgerostet .
Nee meine Lieben, nicht mit mir.
Taxi erscheint mir in diesem Moment sicherer, kostet jedoch fünf mal soviel wie der Bus aber ist OK.
Keine abgefahrenen Reifen, kein Rost.
Unterwegs wird es regnerisch.
Nach kurzer Zeit ist die Polizei zu sehen.
Langsam fahren ist angesagt.
Was ist los?
Da, ein Bus ist auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern geraten und umgekippt.
Fahrgäste stehen herum.
Einige sitzen blutend am Boden.
Auch einen Farang hat es erwischt.
Da er aber in der Gegenrichtung unterwegs war, können wir ihm nicht helfen.
Nun, wir sind heil zu Hause angekommen, 5 Kilo Kaffee im Gepäck.
Muss also die nächsten 5 Wochen nicht nochmals nach Korat.  
Als ich im Juni zurück in die Schweiz musste, bestieg ich wiedereinmal einen Bus.
Schien ganz in Ordnung zu sein.




Beruhigt aber etwas traurig verabschiede ich mich von Su.
Da ich wegen meinen Krücken vorne sass, konnte ich den Fahrer beobachten.
Was war das?
Immer wieder schlug er sich ins Gesicht.
Alle paar Minuten irgendwas ins Maul gesteckt.
Da war mir klargeworden: total übermüdet.
Sch......  
Die Tachonadel zeigt im Schnitt 80Kmh, genug schnell für den Zustand des Fahrers.
Diejenigen die sich in der Gegend auskennen wissen, es kommt eine lange abfallende Strecke. Hier ist Treibstoff sparen angesagt.
Also Gang raus und laufen lassen.
Der Tacho ist bis 120Kmh beschriftet.
Bei ca. 130Kmh bleibt die Nadel verärgert am Anschlag stehen.
Wie hoch ist die effektive Geschwindigkeit? Meine Pulsfrequenz ist vermutlich noch höher.
Von links nach rechts schaukelnd benötigt der Bus nun die ganze doppelspurige Strasse.
Meine Muskeln schmerzen, so verkrampft halte ich mich fest.
Wäre ich jetzt gläubig, so würde ich ein Stossgebet gen Himmel senden.
Immer wieder ist die Hupe zu vernehmen.
Die Autos weichen zur Seite.

Endlich rollt der Bus auf die ebene Strecke und die Tachonadel pendelt wieder so um 80Kmh.
Vermutlich ist die Klimaanlage defekt, da ich schweissnass bin.
Etwas Gutes kann ich dieser Fahrt abgewinnen.
Durch den vermutlich sehr hohen Blutdruck und rasantem Puls wurden meine Blutbahnen wieder mal so richtig durchgeputzt.
Zu erwähnen sei, dass ich heil am Flughafen angekommen bin.

Grüsse aus dem Isaan
Jack
 

Montag, 25. November 2013

Schnee in Thailand


Weihnachtszeit, Winterzeit. Für viele die schönste Zeit des Jahres. Brrrrrrrr !! Versteh ich nicht ganz. Aber man muss ja auch nicht alles verstehen. Wenn die Finger und die Füsse klamm sind, man durch Matsch und Schnee waten muss, wenn einem der ขี้มูก ( ki moog (Rotz)) in der Nase gefriert, das war für mich manchmal gar nicht so toll.

Hier in Thailand schaue ich mir das ganze nur auf Bildern an, und denke wenn mal wieder so 38 Grad herrschen: "Jetzt wär der Winter in Deutschland doch schön. Aber nur ca. 10 Minuten lang."
  

  

Aber wussten Sie, dass es auch in Thailand Schnee gibt? Nein? Hab ich auch nicht geglaubt bis ich es selbst gesehen habe.



Da standen doch tatsächlich Leute in der weißen Pracht und schaufelten Schnee !!!!! Ich zwickte mir in den Arm. Nein, ich träumte nicht, ich war hellwach.



Aber seit wann kann man Schnee zum Trocknen aufhängen?


Frage über Frage: Warum ist die Banane krumm? Warum gibt es in Thailand Schnee? Warum kann man den thailändischen Schnee zum Trocknen aufhängen? Vor allem, warum bleibt das Zeug hier liegen. Schließlich hatten wir an diesem Tag so ca. 35 Grad im Schatten.

Hier des Rätsels Lösung:


Das ist gar kein Schnee, das sind Glasnudeln. Ich befand mich in einer Glasnudel-Fabrik.


Zitat aus Wikipedia:
Glasnudeln werden nur aus der Stärke der Mungbohne und Wasser hergestellt. Aus den nierenförmigen Samen wird mit einer Trocken- und Nassmahltechnik der klebfähige, süß schmeckende Grundstoff gewonnen und mit Wasser vermischt. Die ebenfalls Glasnudeln genannten Dangmyeon aus Korea werden hingegen aus Süßkartoffelstärke hergestellt. Glasnudeln aus Mungbohnenstärke bestehen nach Packungsangaben aus ca. 88 % Kohlenhydraten und 2,5 % Ballaststoffen und enthalten kein Salz, kein Fett und kein Eiweiß.
Glasnudeln sind nicht mit (eher matt-weißlichen) Reisnudeln zu verwechseln.


In Thailand finden Glasnudeln in sehr vielen Gerichten Verwendung. Oft findet man sie in Suppen und als Zusatz in den verschiedensten Gemüse- und Fleischgerichten.

Ich war mit meinem Nachbar in dieser Fabrik. Er ließ sich seinen Pik-Up mit Glasnudeln vollladen. Wozu er so viel Glasnudeln braucht? Ja, die kommen in die Wurst, die er herstellt und dann auf den verschiedenen Märkten grillt und verkauft. Diese gegrillten Würste auf den Märkten duften unwahrscheinlich gut, schmecken tun sie aber, als wenn Sägemehl drinn wäre. Nicht so ganz meine Richtung. Die Enttäuschung beim ersten Mal war groß. Na ja, jetzt weiß ich's besser. Ist kein Sägemehl drinn. Sind unter anderem Glasnudeln drinn.

Sagt ein Metzgerlehrling und zeigt auf eine Wurst: "Meister, wenn das rauskommt, was da reinkommt dann kommen wir wo rein, wo wir nicht so schnell wieder rauskommen".
Nun, hier in Thailand will ich gar nicht so genau wissen, was da außer Glanudeln noch so alles reinkommt.

Guten Appetit

Grüsse aus Jomtien
Peter

Mittwoch, 20. November 2013

Som Tam

same but not same.....
von Jack König

Meine Freundin Su und ich begaben uns zum Markt.
Da sich bei ihr der Hunger meldete, bestellen wir Essen.
Patsiju oder so ähnlich wird meine Speise benannt, breite Nudeln mit Gemüse und Fleisch.
Schmeckt gut.
Sie bestellt sich Somtam, dass ich zu der Zeit noch nicht kannte.
Das Somtam wird serviert.
Oh mein Gott, was für ein Geruch.
Ich bin froh, noch nicht viel einverleibt zu haben da mein Mageninhalt am liebsten den Rückweg antreten will.
Nun schliesse ich den Riechkolben mit meinen Fingern.
Das aber ist doch wirklich unanständig, so was sollte ich doch nicht machen.
Su macht mich darauf aufmerksam, dass es beleidigend wirken könnte.
Also Finger weg von meinem geplagten Lufteinlass.
Die Köchin reagiert mit einem Lächeln.



Zu Hause suche ich im Internet nach geeigneter Literaturn.
Nun wird mir einiges klar, Somtam beinhaltet fermentierten Fisch.
Fisch riechen ist für mich schon eine Plage.
Beinahe täglich nun Somtam.
Will mal nicht so sein, umklammere mein Riechorgan mit zwei Fingern und probiere ein wenig.
Brrrrrrrr, Bääääääääh, Schauder.
Wieder benehme ich mich nicht gerade so, wie es der Anstand gebietet.
Nun spricht die Herstellerin dieses stinkenden (Entschuldigung) Etwas ein paar Worte zu Su.
Sie ist verständlicherweise leicht verärgert.
Ok OK, will mich bessern und setze mich so hin dass der Geruch mich nicht erreichen kann.
Wie es hier nun mal so ist, sind innert kürzester Zeit die meisten Leute im Dorf über mein Verhalten informiert.
Gelächter ist zu hören.
Die Köchin wedelt mir noch die nach Somtam riechende Luft zu.
Soll ich jetzt die beleidigte Leberwurst spielen?
Nein, jetzt wird auf Rache gesinnt.
Da mir mein Sohn noch diverses aus der Schweiz schicken will, bestelle ich auch etwas "räsen" Appenzellerkäse.
Das ist das am stärksten riechende Milchprodukt der Schweiz.


Erklärung:

Für alle, die nicht wissen wie sich das Käsearoma auf die Geschmacksnerven auswirkt, eine kurze Anleitung zur Herstellung dieses Wohlgeruchs.
Dazu sind absolut keine Vorkenntnisse als Käser nötig  
Als erstes zieht ihr euch feuchte Socken über die am weitesten vom Kopf entfernten Körperteile.
Danach schlüpft ihr in ältere, aber wasserdichte Gummistiefel.


Nun das wichtigste... während ca. einem Monat dürft ihr dieselben nicht von den Füssen entfernen.
Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit ist es endlich soweit.
Entfernt die Gummistiefel von euren Füssen (ev. mit Hammer und Meisel)  
Nun haltet euch die übriggebliebenen Reste der Socken unter eure Nase.
Nach dem Aufwachen aus der Ohnmacht brauchen die deformierten Nasenschleimhäute vermutlich einige Zeit, um sich zu erholen.
Anmerkung: sollten irreparable Schäden auftreten wird kein Schadenersatz geleistet.
Auch werden weder Stiefel noch Socken ersetzt.
Erklärung Ende.

Endlich bringt der Postbote das erwartete Paket.
Den Käse kann man schwach durch die Verpackung riechen.
Wunderte mich ehrlich, dass die Post das Paket nicht vernichtet hat.
Doppelt eingeschweisst und trotzdem ist dieser Wohlgeruch deutlich wahrnehmbar.
Mhhmmmm...
Su bittet mich, dieses Schweizer Produkt doch draussen meinem Körper zuzuführen.
Kein Problem für mich.
Ich bewahre den Käse incl. der Käserinde in einem Kunststoffgefäss auf.
Nun, irgendwann bleibt leider nur noch die Rinde übrig.
Jetzt ist die Zeit meiner Rache in Reichweite gerückt.
Gefäss einige Zeit der Sonne ausgesetzt, damit sich das Aroma voll entfalten kann.
Dann zum Markt, Somtam-Shop.
Die Neugierde hat die Inhaberin gepackt und sie fragt mich, was sich in der Box befindet.
Ich öffne diese und halte sie ihr unter die Nase.
Die kulinarischen Aromen werden eingeatmet.
Ein Schrei lässt die Luft erzittern.
Mit einer Geschwindigkeit, die ich ihrem Körper nie zugetraut hätte, flieht sie nach hinten.
Sie fuchteln mit den Armen in der Luft und die Leute schauen erstaunt zu ihr.
Nun ist die Zeit für mich gekommen, um ein Gelächter anzustimmen.
Nach einigen Minuten traut sie sich wieder etwas in die Nähe.
Mit ungewohnt lauten Worten macht sie ihrem Unmut Luft.
Nun muss Su die Dolmetscherin spielen.
Ich frage die Somtam-Zubereiterin, ob ihr dieser Duft zusagt.
Su übersetzt mir die vielen entgegengeworfenen Worte mit einen einfachen "nein".
Gut für mich (in diesem Moment), dass ich der thailändischen Sprache nicht mächtig bin.
Ich mache ihr nun klar, das Somtam für mich in etwa so riecht, wie sie den Geruch des Käses einstuft.
Jetzt bekomme ich ein Lächeln zugeschickt, das ich selbstverständlich erwidere.
Mehr als eine Stunde lang wird noch geredet und gelacht.
Und immer wieder riechen die Leute an der Käsebox, jedoch öffnen durfte ich sie nicht mehr.

Gruß aus dem Isaan
Jack


Aus Reise Guru-Thailand:: Forum.....

Neue mathematische Formel entdeckt


Nach sehr ausgedehnten Nachforschungen und sehr, sehr viel Gedankenarbeit ist es mir doch gelungen, eine wissenschaftlich, mathematische Formel dafür zu finden, warum, besonders auf dem Land,  die Internetverbindungen doch öfter ausfallen.

Die Formel heißt "TOT und Futschi". Ich will hier mal versuchen, diese bahnbrechende Entdeckung auch für den Laien verständlich darzustellen:





+


=


Alles klar?

Grüße aus Jomtien
Peter

Freitag, 15. November 2013

Das berühmte Lächeln



Es gibt wohl nur zwei berühmte Lächeln auf der Welt. Das eine hängt an einer Wand in Paris, nämlich im Louvre, und  gehört der Mona Lisa von Leonardo  da Vinci. 
Das andere Lächeln hüpft in Südostasien umher und wird den Thais zugeschrieben.


Was hat es nun auf sich, mit dem geheimnisvollen Lächeln der Thailänder? Franz Lehar beschrieb in seiner Operette "Das Land des Lächelns" das traurige Lächeln des chinesischen Prinzen Sou-Chong und lies ihn singen: "Immer nur Lächeln und immer vergnügt.......... Doch wie's da drin aussieht, geht niemand was an"

Es waren also die Chinesen, die dieses Lächeln erfunden haben. Heute jedoch wird dies  auf der ganzen Welt synonym den Thailändern zugeschrieben. Das Land des Lächelns, LoS, the land of smile.

Wenn wir nach Thailand kommen, fällt uns dieses Lächeln sofort auf. Passiert uns in Europa ein Missgeschick oder fügt jemand uns einen Schaden zu, so verziehen wird unser Gesicht meist zu einer eisigen Maske, in der man die Wut und die Entrüstung, Schmerz und Enttäuschung deutlich erkennen kann. In Thailand dagegen lächelt man, man lächelt sich an. Heißt aber auch nichts anderes, nämlich: "Pass doch auf du Dussel". "Doch wie's da drin aussieht, geht niemand was an." Also nicht das höfliche, alles erduldende, dehmütige Lächeln, so wie wir es verstehen, sondern eher eine Beschwichtigungsgeste und eine Zurückhaltung der momentanen Gefühle. Warum? Thais haben ein sehr ausgeprägtes Harmoniebedürfnis das es zu behüten gilt. Außerdem würde ein Wutanfall einen Gesichtsverlust bedeuten. Man zeigt seine Erregung, seine Gefühle nicht, man behält sie für sich.



Gehen wir in Europa in einen einen Laden und werden schlecht oder unfreundlich bedient, so machen wir unserem Ärger Luft. Nicht so ein Thai. Dieser versucht, mit einem Lächeln doch noch zu seinem  Ziel zu kommen. Und so Lächeln sich die beiden Kontrahenten an und versuchen, durch freundliches Verhandlungsgeschick zu einem Konsens zu kommen. Denn, wie's da drin aussieht...... Es ist also oftmals ein "Kampflächeln" vergleichbar mit dem Gesang der Vögel. Auch dies verstehen wir falsch, meinen wir doch, die gefiederten Sänger singen aus purer Lebensfreude. Irrtum, es ist meist ein Kriegsgeschrei im Kampf um den besten Nistplatz den dicksten Wurm oder es geht, wie überall auf der Welt um die Mädels.

Eine andere Art des Lächelns wird uns Farangs, besonders in den Urlaubsgebieten entgegengebracht. Hier geht es oftmals rein um den Verdienst. Je mehr Lächeln, desto mehr tip (Trinkgeld) Egal, wie sich der Rüpel benimmt und wie man darüber denkt. Man behält es für sich und man lächelt. Mai pen rai (macht doch nichts) Also auch hier nicht das Lächeln, das wir wahrzunehmen glauben. Leben Sie einmal längere Zeit in Thailand, so werden Sie bald feststellen, dass sich dieses Lächeln proportional zu Ihrer Großzügigkeit und Freigiebigkeit verhält.

So erliegen wir meist beim ersten Thailand-Urlaub dem Charme dieses berühmten Lächelns der Thailänder aber auch dem Irrtum in dem Denken, diese Mimik richtig interpretiert und verstanden zu haben. "Doch wie's da drin aussieht, geht niemand was an" Das Land des Lächelns, LoS, the land of smile.

Wenn das Lächeln gefriert
Zieht man nun ein Resümer dieses Lächelns, so stellt man fest, dass es für uns doch sehr schwer ist, den jeweils geltenden Sypathie-Pegel zu eruieren. Selten wissen Sie, woran Sie sind. Ganz gravierend macht sich die traditionelle und absolut vorgeschriebene  Zurückhaltung der Thais in Bezug auf ihre eigenen Gefühle bemerkbar.

Aus diesem Grunde erleben die meisten Urlauber die Thailänder als friedlich, immer höflich und immer lächelnd. Eine fatale Fehlinterpretation,  die so manchem blauäugigen Fremdling zum Verhängnis wurde oder diesem sogar das Leben kostete.  Der, durch die vorgegebenen Verhaltensmuster aufgestaute Frust kann sich nämlich urplötzlich und bei den geringsten Kleinigkeiten entladen. Dies geschieht dann mit absoluter Brachialgewalt, deren Verhältnismäßigkeit von uns nie und nimmer eingeschätzt werden kann. Messer und auch Feuerwaffen gehören sehr oft zu den Besitztümern der Thais und man kennt sich auch gut mit deren Gebrauch aus.

Wenn Sie einmal eine dieser unsäglichen Soap-Operas des offiziellen Thai-TV anschauen, so werden Sie mit wüsten Szenen, mit ewig kreischenden, sich prügelnden Weibern, mit Gemeinheiten und mit andauernden Gewalttaten konfrontiert. Je gemeiner, je lauter und je brutaler, desto besser. Nie hätten Sie so etwas in Thailand vermutet. Diese Brutalo-Serien werden aber täglich und eingehend konsumiert, stellen sie doch eine Art Ventil für den täglich aufgestauten Frust dar. Nicht umsonst ist das Thai-Boxen der Nationalsport Nr.1. Jeden Samstag und Sonntag wird dieser auch im Fernsehen übertragen. Dabei wird weniger mit den Fäusten gekämpft, sondern es hagelt Fußtritte in den Magen, auf die Leber, in die Gedärme und wer seinem Gegner den Ellenbogen so richtig schön ins Gesicht rammt, so dass das Blut spritzt, der ist der Held des Tages und wird mit Geld und Geschenken überhäuft..

Nicht umsonst werden Unfallopfer in der Tagespresse oder im Fernsehen gezeigt. Bei einem Raubüberfall auf einen Gold-Laden wurde der Verkäufer erschossen. Die Szene wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet und ca.30 mal am Abend ausgestrahlt. Mord live im Fernsehen. Auch ein Happa Happa und gleichzeitig Sandmännchen für die Jüngsten. Ein Polizist trennte einem jungen Mädchen mit einer Machete den Arm ab. Warum? Sie wollte nicht mit ihm schlafen.

"Doch wie's da drin aussieht, geht niemand was an". Brutalität und Gewalt als Ventil für aufgestauten Frust. Aufgestaut aufgrund anerzogener, traditionell verankerter Verhaltensmuster zur Vermeidung eines Gesichtsverlustes und zur Erhaltung der Harmonie. Welch abstruser Widerspruch für einen Europäer.

In der Weltrang-Statistik der jährlichen Mordraten belegt Thailand zur Zeit Platz drei.

_________________
Grüße aus Jomtien
Peter