Sonntag, 23. Februar 2014

Ameise à la Pampa


 



Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so will ich Sie als echten Gourmet heute  mit einer ganz besonderen Delikatesse der Thailändischen Pampa-Cuisine bekannt machen:
"Ameisen-Larven und Ameisen sauer an Klebereis à la Pampa."



Man kann natürlich den Reis auch weg lassen und das Ganze einfach als besonderen Gaumenschmaus pur genießen. Was Sie dazu brauchen???? Hier das Rezept wobei ich dem absoluten Tierfreund rate, an dieser Stelle mit Lesen aufzuhören und sich lieber einer anderen Episode dieser Seite zu widmen:


  • Man(n) nehme:
  • Ein paar Mangobäume
  • Einen Eimer, 1/3 gefüllt mit Wasser
  • Einen Stoffstreifen
  • Salz
  • Eine Leiter und
  • Einen schmerzunempfindlichen Helden
Zunächst suche man die Mango-Bäume nach Ameisen-Nestern ab. (In Frage kommen nur die großen, roten, so sehr agilen Tierchen, die so herrlich kräftig zwicken können) Ist man nun fündig geworden (ca. 3-4 Nester) steigt unser Held auf die Leiter, bricht die Nester auf und lässt den Inhalt in den Eimer fallen. Ungeübten Farangs rate ich jedoch aus gutem Grund davon ab, dieses Procedere selbst in Angriff zu nehmen. Die Einheimischen haben das sicherlich besser im Griff und sind auch gewandter mit dem Abstreifen der nun wild um sich beißenden und zwickenden Tieren. Hier heißt es nämlich schnell sein und dann abwarten bis der Schmerz nachlässt.

Nun, so sehen sie aus, die Nester der Ameisen aus Blättern und Spinnweben artigen Fäden zu einem etwa Fussballgrossen eiförmigen Gebilde verwoben. Diese Nester sind auf Anhieb sehr schwer zu erkennen. Allerdings merken Sie sehr schnell wenn eines in der Nähe ist. Sie brauchen nur mal nach einer Mangofrucht zu greifen. Wenn Sie dann unter der Bluse oder unter dem Hemd seltsame, stechende Schmerzen verspühren, sind Sie jedenfalls schon mal in der Nähe des Gesuchten. Kommen Sie jedoch direkt mit einem solchen Nest in Berührung, so haben Sie einiges zu tun, die lieben Tierchen, die sehr aggressiv Ihre Behausung verteidigen, wieder los zu werden. Aber wie gesagt, der Schmerz lässt auch wieder nach.

Nun ist das Ziel fixiert und die "Ernte" kann beginnen. Das muss alles blitzschnell gehen. EIn Hemd wäre hier wohl etwas unangebracht. Ist der Eimer wieder am Boden, vollführte unser Held einen wahren Feitztanz. Verständlich, ich hielt mich wohlweislich in einiger Entfernung auf.

Nun müssen die Ameisen von den Larven getrennt werden. Dabei bedient man sich eines einfachen Tricks. Der Stoffstreifen kommt nun zum Einsatz. Dieser wird in der Brühe herumgeschwenkt, die ertrinkenden Ameisen klammern sich daran und werden so vom Stoffstreifen aus in ein anderes Gefäß abgestreift. Dies mehrmals hinter einander und die Trennung ist vollzogen, das Ergebnis liegt auf der Hand........


 .....von der aus es direkt gierig verschlungen werden kann. 


Natürlich musste ich als Farang diese Larven versuchen. Das wunde einfach von mir erwartet. Ich erinnerte mich dabei an einen alten Ratschlag einer Englischen Mutter an ihre Tochter kurz vor der Hochzeitsnacht, die da lautete: "Mach die Augen zu und denk an England."  Na ja, an England hab' ich nicht gerade gadacht. Wie das Zeug nun schmeckt??? Es erinnerte mich an Walnüsse. An Walnüsse, die noch nicht ganz reif sind und bei denen man man die braune Haut vorher abzieht. Also nicht mal schlecht.

Nun kommt der zweite Teil der Delikatesse. Die abgesonderten Ameisen, die sich gerade wieder von drohenden Ertrinkungstod erholen werden fein säuberlich eingesalzen. Eingesalzen und gut umgerührt. Und ab geht es in den Kühlschank.
Nach einer Woche kann man dann "Ameise sauer" geniessen:
                                                                           

Und wie das jetzt schmeckt??  Ja, irgendwie wie Sauerkarut, aber weniger krautig und....  ja, wie soll ich sagen....  es beisst sich ziehmlich extrem "all dente"

Ich wünsche einen guten Appetit !!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen