Thailand - Bei einer Kabinettssitzung am 1. Oktober wurde angeregt, ein neues Ministerium einzurichten. Das Wasserministerium wird sich um alle anfallenden Belange der Wasserwirtschaft kümmern. Was Taifun Wutip betrifft, so wurde weitestgehend Entwarnung gegeben.
Bislang werden die Aufgaben
der Wasserwirtschaft vom Flut- und Wasserwirtschaftskomitee erfüllt, deren Vorsitz Vize-Premierminister Plodprasop Surasawadi hat. Nach
der Kabinettssitzung vom 1.
Oktober sagte Plodprasop, dass er mit den zuständigen Behörden besprechen werde, wie man vorgehen wolle, um das neue
Ministerium einzurichten. Der Vize-Premierminister wies darauf hin, dass das neue
Ministerium vor allem dann sinnvoll sei, wenn es um die längerfristige Flutprävention geht.
Auf der Tagesordnung bezüglich der Gespräche mit den Behörden steht
weiterhin die Verwendung der 350 Milliarden Baht, die für Projekte der
Wasserwirtschaft gedacht sind. Die Verträge mit Privatfirmen sind zwei
Jahre nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe 2011 alle unter Dach
und Fach.
Mit am schlimmsten betroffen ist die Provinz Prachinburi
Plodprasop warnte, dass man nicht zu selbstgefällig sein sollte,
nachdem Taifun Wutip über Thailand hinweg zog ohne dass es zu großen
Schäden kam. Zwar war der Wirbelsturm schwächer als erwartet, aber es
könnten weitere Stürme folgen, die vom Südchinesischen Meer aus Richtung
Thailand ziehen.
In Vietnam starben mindestens drei Menschen, Dutzende Fischer werden
vermisst, weil Wutip deren Boote versenkte. Dächer wurden durch den
Sturm abgedeckt, Tausende Häuser wurden beschädigt, Stromkabel gekappt,
Straßen überschwemmt.
Danach überquerte Taifun Wutip Laos und zog dann über den nördlichen
Nordosten Thailands, was in den Provinzen Loei, Nong Khai, Phetchabun,
Sakon Nakhon und Uttaraditzu starken Regenfällen führte. Noch wurde
keine Entwarnung gegeben, was die Provinzen Beung Kan, Chaiyaphum,
Kalasin, Khon Kaen, Loei, Mukdahan, Nakhon Phanom, Nong Bua Lamphu, Nong
Khai, Phetchabun, Phitsanulok, Sakon Nakhon und Udon Thani betrifft.
Die Lage spitzt sich in Chaiyaphum zu. Dort steht das Wasser zwischen
50 und 70 Zentimeter hoch. In der Provinz droht die schlimmste Flut seit
50 Jahren, sagte ein Behördenmitarbeiter. Im Bezirk Ban Khwao misst das
Hochwasser teils mehrere Meter. Die Strömung ist so stark, dass Boote
einen Motor benötigen, um vorwärts zu kommen.
Das Flut- und Wasserwirtschaftskomitee gab Entwarnung, was Wutip
betrifft, wies aber darauf hin, dass weitere Stürme folgen könnten. In
diesem Jahr starben wegen des Hochwassers bislang 23 Menschen, 25
Provinzen sind vom Hochwasser betroffen, hauptsächlich der Norden und
Nordosten. Neben Sisaket und Ubon Ratchathani gibt die Lage vor allem in
Prachinburi und Ayutthaya Anlass zur Sorge.
Plodprasop sagte, dass das Wasser in den Bezirken Kabinburi und Si Maha
Phot der Provinz Prachinburi zwar langsam abfließe, aber im Stadtbezirk
sei die Lage immer noch ernst. Der Minister machte die Stadtplanung
dafür verantwortlich, denn es seien Gebäude gebaut worden, die das
Abfließen des Wassers verhindern. Daher müsse ein neuer Kanal gebaut
werden, der das Wasser aus der Stadt transportieren kann. Insgesamt sind
in der Provinz sieben Bezirke vom Hochwasser betroffen.
In Ayutthaya sind es derzeit acht Bezirke. Das Wasser werde weiter
ansteigen, warnten Behörden, weil aus den Staudämmen Chao Phraya, Pasak
Jolasid and Phra Rama VIWasser abgelassen wird.